Die Zeiten, als Computervirennur” Ihr Lieblingsspiel von der Festplatte löschen konnten und als Taschendiebe die größte Gefahr für Ihr Geld darstellten, sind längst vorbei.

Heutzutage wird fast alles online erledigt – Einkäufe, Banking, Arbeit und sogar manche Arzttermine. Und nach der Arbeit chillen Sie bestimmt mit Ihrem Smartphone in der Hand.

Ja, das is alles cool und bequem, aber… es gibt auch immer mehr Leute, die an Ihre Kreditkartennummern und Passwörter kommen wollen. Und Leute, die in das Computernetzwerk Ihres Arbeitgebers eindringen und wertvolle Daten klauen wollen. Und sogar Leute, die Ihren PC aus der Ferne steuern wollen, um ihn für DDoS-Angriffe zu benutzen.

Wer Ihr Geld stehlen will, muss nicht mehr auf schlecht beleuchteten Straßen lauern oder warten, bis Sie Ihre Geldbörse in die hintere Hosentasche stecken. Es reicht aus, Ihnen einen Werbebanner anzuzeigen und ein kostenloses Handyspiel anzubieten, das im Hintergrund Ihre Bankdaten klaut.

Solche bösartige Software nennt man Malware. In diesem Artikel erklären wir, welche Arten von Malware es gibt und wie Sie sich davor schützen können.

Was ist Malware?

Malware ist ein Kofferwort aus “malicious software” und bedeutet etwa “bösartige Software”. Das sind also allerlei Programme und Skripte, die Geräte und Netze angreifen und Schaden anrichten.

Der Schaden kann dabei ganz unterschiedlich sein. Es gibt Malware, die einfach nur ständig doofe Werbung anzeigt. Aber im schlimmsten Fall kann ein Schadprogramm ganze Netzwerke und Organisationen lahmlegen.
Malware ist bösartige Software

Welche Arten von Malware gibt es?

Die Zeiten, als es “nur” Computerviren gab und im schlimmsten Fall nur die Festplatte formatiert werden könnte, sind längst vorbei. Heute ist Malware so vielfältig wie noch nie – und oft sehr gefährlich.

Viren und Würmer

Diese Schädlinge gibt es schon seit ewig, und sie sind trotz aller Bemühungen nicht vom Aussterben bedroht. Ganz wie biologische Viren und Würmer.

Ein Virus ist ein Stück Programmcode, das verschiedene Dateien und Programme infiziert.

Wenn die Datei bzw. das Programm geöffnet ist, wird der schädliche Programmcode ausgeführt. Dabei multipliziert sich das Virus und sucht nach Wegen, andere Dateien und Geräte zu infizieren.

Die Auswirkungen von Computerviren können ganz unterschiedlich sein:

  • Manche Viren zeigen einfach nur nervige Meldungen an (sogenannte Joke-Viren).
  • Andere Viren stehlen die Ressourcen des infizierten Geräts, sodass es langsamer und langsamer läuft.
  • Am bekanntesten sind wohl Viren, die Daten zerstören oder verschlüsseln.
  • Viren können auch Hardware beschädigen, auch wenn das eher die Ausnahme ist.

Viren infizieren Dateien und Programme

Ein Wurm hingegen ist ein Programm, das sich selbstständig verbreiten kann, ohne dass (wie beim Virus) eine infizierte Datei geöffnet werden muss.

Trojaner

Sie erinnern sich wohl an das Trojanische Pferd – das coole riesige Pferd aus Holz, das allerdings mit Soldaten des Feindes vollgestopft wurde.

Trojaner sind Schadprogramme, die ähnlich wie dieses Pferd funktionieren: sie tun so, als wären sie ganz normale nützliche Programme, sodass man sie oft freiwillig herunterlädt und installiert.

Im Hintergrund richten diese Programme aber ziemlich viel Schaden an, indem sie Ihre Informationen klauen oder weitere Schadsoftware herunterladen und installieren.

Durch Trojaner können auch Backdoors heimlich eingeschleust werden – das sind sehr gefährliche Programme, die einen Fernzugriff auf den infizierten Computer ermöglichen.
Trojaner tun so, als wären sie normale Programme

Adware

Adware ist Malware, die Werbung anzeigt – meistens als Pop-Ups oder Fenster, die sich nicht schließen lassen.

Diese Art von Malware kann verschiedenen Zwecken dienen. Im besten Fall verdienen die Leute hinter dem Schadprogramm einfach nur eine Kommission, wenn Sie auf die Werbung klicken. Im schlimmsten Fall kann Adware Ihr Online-Verhalten ausspionieren und sensible Daten weiterverkaufen.
Adware ist Malware, die Werbung anzeigt

Spyware

Das ist Malware, die Ihre Aktivitäten überwacht. Zum Beispiel kann ein Schadprogramm, das alle Tastatureingaben aufzeichnet, an Ihre Passwörter gelangen. Spyware kann auch Kreditkartendaten ausspionieren und weiterverkaufen.

Außerdem wird Spyware auch von Geheimdiensten eingesetzt, um Informationen über Personen zu sammeln.
Spyware stiehlt und weiterverkauft Ihre Daten

Ransomware

Ransom” ist das englische Wort für Lösegeld. Ransomware ist also Schadsoftware, die das infizierte Gerät sperrt und dann Lösegeld verlangt.

Der angerichtete Schaden kann variieren. Wenn ihr alter PC infiziert wird, ist es kein globales Problem. Aber wenn große Firmen und Regierungsorganisation durch Ransomware paralysiert werden, entstehen Schäden in Millionenhöhe.

Verschiedene Arten von Malware können miteinander kombiniert werden, um besonders raffinierte Angriffe durchzuführen.
Ransomware ist Schadsoftware, die Geräte infiziert und Lösegeld verlangt

Woran erkennen Sie, dass Ihr Gerät durch Malware infiziert ist?

Zum Glück können Sie oft erkennen, dass es Malware auf Ihrem Gerät gibt.
Wie erkennen Sie, ob Sie mit Malware infiziert sind

Hier sind ein paar Anzeichen:

  • Ihr Gerät wird ohne erkennbaren Grund sehr langsam.
  • Ihre Internetverbindung wird auch sehr langsam.
  • Der Datenverbrauch steigt, als ob etwas im Hintergrund hoch- bzw. heruntergeladen würde.
  • Plötzlich gibt es erstaunlich wenig Speicherplatz.
  • Einige Programme funktionieren irgendwie komisch.Infizierte Programme können sich komisch verhalten
  • Das Gerät startet sich plötzlich neu oder zeigt häufig Fehlermeldungen an.
  • Es taucht ständig Werbung auf.
  • Systemanwendungen wie der Task-Manager oder der Registrierungseditor wollen nicht mehr starten.
  • Die Startseite in Ihrem Browser wird geändert.
  • Es werden merkwürdige Nachrichten von Ihren E-Mail-Adressen und Social Media-Konten versendet. Oft enthalten diese Nachrichten einen Link – wer darauf klickt, holt die Malware auch auf sein Gerät.

Es kann aber durchaus sein, dass Ihr Gerät sich ganz normal verhält und trotzdem infiziert ist. Denn Malware wird immer raffinierter.

Wie kann man sich gegen Malware schützen?

Malware ist heute sehr schlau. Die neuesten Viren modifizieren sogar ständig ihren eigenen Programmcode, um sich vor Virenschutzprogrammen zu verstecken.

Das heißt: Es gibt keinen hundertprozentigen Schutz.
Es gibt keinen absoluten Schutz gegen Malware

Wir haben aber ein paar Tipps für Sie, um das Risiko einer Malware-Infektion zu minimieren.

  • Halten Sie die Augen offen.
    Malware wird oft als nützliche Apps und Dokumente getarnt. Installieren Sie keine Programme aus verdächtigen Quellen, klicken Sie auf keine Links in Spam-Nachrichten und öffnen Sie keine E-Mail-Anhänge, sobald der kleinste Verdacht besteht.
    Ja, auch wenn die Mail quasi von einem Kollegen o. Ä. kommt. Im Zweifelsfall sollten Sie den Absender persönlich kontaktieren und fragen, ob er diese Nachricht tatsächlich gesendet hat.
  • Aktualisieren Sie immer Ihre Software und Ihr Betriebssystem.
    Updates dienen nicht nur dazu, um Sie mit kosmetischen Veränderungen der Benutzeroberfläche zu nerven (oder zu begeistern). Sie schließen auch Sicherheitslücken, die von Malware missbraucht werden können.
  • Investieren Sie in ein gutes Virenschutzprogramm.
    “Gut” heißt hier kostenpflichtig und von einem renommierten Entwickler. Kostenlose Virenschutzprogramme sind im besten Fall nutzlos, im schlimmsten Fall können sie eigentlich gut getarnte Trojaner sein.
  • Benutzen Sie ein VPN.
    Wenn Ihr gesamter Internetverkehr sicher verschlüsselt ist, wird es für Malware deutlich schwerer, in Ihr Netzwerk einzudringen. Die besten VPNs haben sogar einen integrierten Malware-Schutz.

Die Suche nach dem richtigen VPN kann überwältigend sein
Zum Glück haben wir die Suche schon erledigt!

Kann man sich noch sicher fühlen?

Malware ist heute so schlau, dass sie sogar Regierungsbehörden und riesige Firmen eindringen und lahmlegen kann – trotz aller Bemühungen der Cybersicherheitsexperten.

Aber das bedeutet nicht, dass Sie jetzt Ihren PC und Ihr Smartphone irgendwo im Keller schließen und nie mehr benutzen sollen. Solange Sie Ihre Software regelmäßig aktualisieren, keine verdächtigen Dinge anklicken sowie ein gutes Virenschutzprogramm und ein VPN haben, sind Sie relativ sicher.

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